Der Euro-Raum und Griechenland – zwischen Hoffnung Verzweiflung

Griechenland und der Euro

Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Die europäische Union ist, juristisch betrachtet, ein Staatenverbund, der sich als supranationaler Staatenzusammenschluss insbesondere durch seine insgesamt 6 Organe auszeichnet. Sinn und Zweck der EU ist es, unter anderem für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu sorgen, den freien Dienstleistungsverkehr zwischen den insgesamt 27 Mitgliedsstaaten zu fördern und auch währungspolitisch auf einer Ebene zu verbleiben.

Der Euro bildet hierbei als Zahlungsmittel zwischen 17 der Mitgliedsländer das notwendige Instrument des Zahlungsverkehrs. Da alle Mitgliedsstaaten der EU der Wirtschafts- und Währungsunion angehören (WWU), ist eine gemeinsame Geldpolitik für den Zusammenhalt essentiell.

Eines, der bereits angesprochenen 6 Organe, ist die Europäische Zentralbank (EZB). Diese fungiert als Überwachungsinstitution und trägt die Verantwortung dafür, dass es geldpolitisch betrachtet nicht zu Reibereien kommt. Generell ist eine gemeinsame Währung – der Euro – dafür wichtig, dass die Währung selber Stabilität gewinnt und die Abwicklungsvorgänge, die der internationale Handel mit sich bringt, um ein Wesentliches erleichtert werden.

Schon etwas länger im Gespräch, genauer gesagt seit ungefähr 2 Jahren, ist die Finanzkrise in Griechenland. Auch wenn in dem immer noch brandaktuellen Fall im Vakuum betrachtet erst einmal nur ein Land involviert ist, so sind die Auswirkungen auf die anderen Staaten der Euro-Zone nicht zu leugnen. Die gesamte Währungsunion geriet eigentlich schon direkt nach Beginn der Krise an sich ins Wanken und entwickelt sich zunehmend zu einem Teufelskreis aus Schulden und Krisen der Bankinstitute.

Bereits im April 2010 wurde nach und nach klar, dass es der griechischen Regierung wohl nicht gelingen würde, fällige Kredite zurückzuzahlen. Am 23. April beantragte das Land deshalb offiziell EU-Hilfe und bemühte sich um Haushaltung. Nach einer Odyssee von Rettungspaketen stellte die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) gut zwei Jahre später, am 9. Mai 2012, den Zahlungsausfall Griechenlands fest. Dies schlug sich auch auf die Einschätzung der Ratingagenturen nieder.

Primäre Ursache für die massiven finanziellen Probleme sind hohe Staatsausgaben und im Gleichzug geringe Einnahmen. Gleichzeitig wird aber auch innerhalb der EU nach Ursachen gesucht. So werden unter anderem unzureichende Sanktions- und Motivierungsmaßnahmen angeprangert, sofern sich eine Vertragsverletzung anbahnt.

Derzeit ist Griechenland mit der Bildung einer neuen Regierung beschäftigt, nachdem vor vieri Tagen die Parlamentswahl stattfand. Siegreich hervorgegangen sind die künftigen Koalitionspartner von der konservativen Nea Dimokratia (ND), der sozialistischen Pasok und der Demokratischen Linken (Dimar). Die künftigen Koalitionsparteien sprechen sich für Reformen aus und sind für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Sie haben gemeinsam eine klare Mehrheit von 179 der 300 Abgeordneten.

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2 Responses

  1. Matthias sagt:

    Ich bezweifle, dass der Euro sich noch lange halten wird.
    Gestern im Fernsehen (auf Phoenix glaube ich) hat noch ein berühmter Professor – an den Namen kann ich mich leider nicht mehr erinnern – meine Ansicht bestätigt, dass der Euro so, wie er heute besteht keine Zukunft hat.
    Die einzige Möglichkeit, die Währung beizubehalten wäre wohl die Überschuldeten Staaten — zeitweise oder dauerhaft – aus dem Euro auszuschließen. Aber sollten nun mehrere Staaten bankrott gehen, so stehen wir vor mehr als 700 Mrd Euro Verbindlichkeiten – wer soll das denn bitte bezahlen?

  2. Hans sagt:

    Natürlich denke ich bezüglich des Euros noch positiv, allerdings fällt es mir schon recht schwer noch daran zu glauben, dass sich die Griechen und in naher Zukunft auch die Italiener, Iren oder Zyprer von deren Krise erholen werden. Es fängt ja jetzt bereits wieder an, dass die neue griechische Regierung mehr Zeit will, die eigentlich nicht vorhanden ist. Ob und inwieweit eine Ausgliederung der verschuldeten Staaten einen Sinn macht, dürfte aber auch relativ schwer vorherzusehen sein.

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