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Ganz gleich, ob Start-up, mittelständischer Handwerksbetrieb oder Großkonzern – die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens hat eine große Bedeutung. Denn längst hängt von der finanzwirtschaftlichen Einschätzung einer bestimmten Firma nicht nur die Neuvergabe von Darlehen ab. Vielmehr kann auch die Anbahnung von größeren Aufträgen an einer schlechten Bonitätsauskunft scheitern. Geschäftsinhaber sollten daher die Kreditwürdigkeit ihres Unternehmens unbedingt im Auge behalten. Und gegebenenfalls zügig für eine Verbesserung des Ist-Zustandes sorgen.
Liquide Mittel sind das A und O
Welche Möglichkeiten ein Unternehmen zur Verbesserung seiner Kreditwürdigkeit hat, hängt in erster Linie von der aktuellen finanziellen Situation ab. Als Faustformel gilt: Je mehr liquide Mittel vorhanden sind, desto besser ist auch die Kreditwürdigkeit. Der Begriff „Liquide Mittel“ meint hier die jederzeit verfügbaren monetären Reserven einer Firma. Diese können entweder als Geldbeträge auf dem Geschäftskonto liegen oder in sofort veräußerbaren Gegenständen (wie beispielsweise an der Rohstoffbörse handelbaren Baumaterialien) bestehen. Ein Unternehmen, welches über viel Liquidität verfügt, ist auf dem besten Weg, seine Kreditwürdigkeit rasch zu verbessern.
Die betrieblichen Altersvorsorge als Chance
Ein weiteres probates Mittel zur Erhöhung der Liquidität und damit zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen ist die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für die Mitarbeiter in Form der sogenannten pauschaldotierten Unterstützungskasse. Insbesondere in Phasen einer wirtschaftlichen Rezession kann dies für die Firmenpolitik überaus lukrativ sein, denn die in die Unterstützungskasse eingezahlten Gelder können für die Vermögensverwaltung genutzt werden, ohne dass sie den Beschränkungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bzw. des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) unterliegen.
Vereinfacht gesagt kann das Geld firmenintern angelegt, investiert oder auf beliebige Art und Weise eingesetzt werden. Dies führt im Ergebnis sowohl zur Nutzung steuerlicher Vorteile als auch zu einer Erhöhung der liquiden Mittel und damit zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit.
Score-Werte bei Wirtschaftsauskunfteien überprüfen
Auch die regelmäßige Überprüfung der aktuellen Score-Werte, die von den etablierten Wirtschaftsauskunfteien vergeben werden, gehört zu den Möglichkeiten einer Verbesserung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen. Dies deshalb, weil sich auf diese Weise Fehler in den gespeicherten Daten aufspüren lassen, die sich negativ auf die Kreditwürdigkeit des betreffenden Unternehmens auswirken können. Hierzu gehört etwa die fehlende Registrierung einer vollständig erfolgten Darlehenstilgung oder auch die zwischenzeitlich erfolgte Erhöhung des Stammkapitals.
Unternehmer tun daher gut daran, in regelmäßigen Abständen (halbjährlich bis jährlich) einen Auszug der über sie bei den Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform, Bisnode AB oder der SCHUFA anzufordern und diesen gründlich durchzusehen. Sind Fehler in den Daten enthalten, sollte zeitnah eine Korrektur beantragt werden.

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Umschichtung von Altkrediten
Wollen Unternehmer Ihre verbesserte Kreditwürdigkeit zur Beschaffung frischen Kapitals nutzen und ggf. vorhandene Altkredite umschichten, stehen ihnen in aller Regel wiederum mehrere Optionen zur Verfügung. So kann entweder ein Unternehmenskredit mit Zweckbindung oder ein solcher ohne Zweckbindung vereinbart werden. Möglich ist zudem in manchen Fällen ein Darlehen der Investitionsbank. Letzteres kommt vor allem in der Gründungsphase von Unternehmen zum Einsatz oder kann bei bestimmten, staatlich geförderten Unternehmenszielen (mehr Klimaschutz, Produktion nachhaltiger Erzeugnisse, Sanierung von denkmalgeschützten Objekten usw.) eine gute Möglichkeit sein, frisches Geld zu attraktiven Konditionen zu beschaffen.
Wichtig ist in jedem Fall, ein Darlehen mit günstigen Konditionen zu finden und sich vor der Unterzeichnung der entsprechenden Kreditvereinbarung darüber im Klaren zu sein, dass die Aufnahme eines Neukredites mit in die Bonitätsbewertung des Unternehmens einfließt. Ein guter Tipp ist es daher, möglichst gründlich zu recherchieren, welche Angebote während der Laufzeit einen möglichen Nachschubbedarf (sogenannte Krediterhöhung) zulassen, ohne dass eine erneute Bonitätsprüfung fällig wird. Anbieter wie beispielsweise LEXWARE stellen hierfür leicht nutzbare Vergleichstools zur Verfügung und informieren mit wertvollem Hintergrundwissen.
Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit im Überblick
Grundsätzlich stehen Unternehmern diese Möglichkeiten zur Verbesserung der Kreditwürdigkeit zur Verfügung:
- Schaffung zusätzlicher liquider Mittel (auch durch Einführung der betrieblichen Altersvorsorge)
- Straffes Rechnungs-Management mit schnellen Zahlungsanweisungen (Score-Zuwachs)
- Vermeidung von Mahnbescheiden und Urteilen zugunsten von Geschäftspartnern und Lieferanten
- Erhöhung des Stamm-/Eigenkapitals
- Umschichtung von Altkrediten
- Pflege eines guten Kontakts zu Banken und Wirtschaftsauskunfteien
Im Ergebnis lässt sich festhalten: Die Verbesserung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens ist keine Zauberei. Mit einer sauberen Buchführung, klugen Finanztransaktionen und einem fairen Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten lässt sich die eigene Situation meist rasch positiv beeinflussen.