Sponsored Video – Kosten-Nutzen-Theorie: Wofür brauchen wir Forschung?

Dieser gesponserte Artikel enthält meine persönliche, unverfälschte Meinung.

Hallo! Ich bin ein Atom.

Hallo! Ich bin ein Atom.

Die klassische ökonomische Sicht

Als BWLer lernt man alles aus einer Kosten-Nutzen-Perspektive zu sehen. Ist der Nutzen größer als die Kosten? Dann wird es durchgeführt. Eigentlich geht es sogar noch weiter und ein gewisser Profit muss einem Projekt abgewonnen werden. Ist der Nutzengewinn größer als bei allen anderen Projekten die wir durchführen könnten.
An sich eine sehr logische und einleuchtende Weltanschauung.

Sie hat nur ein Problem: Das Wort Nutzen ist nicht definiert. Und selbst wenn es definiert ist, ist es oft schwer zu messen. Aus diesem Grund wird der Nutzen nur als direkter monetärer Rückfluss verstanden. Häufig macht dies auch Sinn. Bei Finanzanlagen besteht der Nutzen fast komplett aus dem Cashflow. Selbst bei Marketing lässt sich ein Return on Marketing berechnen. Doch gerade bei Dingen wo der direkte Effekt nicht beobachtet werden kann, machen wir den Fehler den ganzheitlichen Nutzen zu vergessen.

Beispiele nicht-klassischer Fälle

Der Griechenland-Bailout zum Beispiel ist ein Fall, wo man nicht alles nur auf Cashflows zurückführen kann, oder selbst dann den Sachverhalt in ein großes Ganzes einfügen muss (Stichworte: Kontext politischer Wille und Zusammenhang der anderen Staaten auf der Kippe innerhalb der EU).

Forschung ist ein anderer Zweig, bei dem vermeintliche Hobby-Ökonomen glauben, dass es verschwendetes Geld ist. Dieses Argument hört man immer wieder bei der internationalen Raumstation oder auch dem LHC im CERN. Milliarden-Projekte die keinen direkten Cash-Rückfluss haben. Doch der Nutzen hier muss eben in ein großes Ganzes gefasst werden.

Man könnte ein ganzes Buch darüber schreiben, doch ich möchte hier nur einmal ein paar Punkte auffassen.

Warum Forschung und Entwicklung einen positiven Nutzen haben:
-Ungerichtete Forschung führt zu Ergebnissen, die die Welt revolutioniert hat und auf die man anders nicht gekommen wäre
-Sie haben Langzeitwirkungen auf die Wirtschaft. Die Investitionen in die NASA in den 60er Jahren hat viele Produkte hervorgebracht, die wir heute täglich benutzen. Teflon ist nur eines davon. Eine Studie hat sich einmal damit beschäftigt und herausgefunden, dass die Investitionen einen ROI von jährlich 43 % hatten über mehrere Jahrzehnte.

Aus: "The Economic Impacts of the U.S. Space Program"

Aus: „The Economic Impacts of the U.S. Space Program“

– Sie haben direkte Forschungsergebnisse, wie zum Beispiel die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, was erst 15 Jahre her ist, und zu einem massiven Fortschritt in der Medizin geführt hat.
-Sie haben direkte Konsequenzen auf unser Verständnis der Welt. Als die Bilder der Erde aus dem Weltraum um die ganze Welt ging, fingen die großen Umweltbewegungen an, weil zum ersten Mal die Erde als einen Planeten sah.

Weicher Faktor: Begeisterung fürs Thema

Eine in der vernetzten Welt immer wichtiger werden Funktion ist aber auch Inspiration.
Dazu ein Film von IBM:

So ein Film wirkt nach Kosten-Nutzen Analyse erst einmal unnütz. „Warum spielen die Ingenieure bei IBM mit Atomen rum? Alles verschwendete Zeit.“ Doch in Wahrheit geht es darum Menschen zu inspirieren. Allein die Tatsache, dass einzelne Atome manipuliert werden können ist erstaunlich und die Ingenieure bei IBM sich zu Recht sehr stolz und begeistert. Es ist eine coole Weise zu zeigen, was heutzutage möglich ist mit Technologie. Das Computerchips auf das Atom genau gebaut werden können. Dies hat tatsächlich Relevanz in einer Welt, in der ein Transistor nur noch ein paar dutzend Atome im Durchmesser hat. Hätte IBM einfach nur einen winzigen Prozessor gezeigt, hätte es aber keinen Interessiert.

Der Effekt ist auch nicht neu. Es lässt sich zeigen, wie die Anzahl von Studenten in den Ingenieurswissenschaften

Klar ist der Zuwachs der Ingenieure zu sehen

Klar ist der Zuwachs der Ingenieure zu sehen

in den USA nach der Zeit der Mondfahrten Ende der sechziger Anfang der siebziger massiv angestiegen ist, weil die Menschen von der Zukunft geträumt haben und sie möglich machen wollten.

IBM sind auch nicht die einzigen, die dies heute machen. Erst vor kurzem endete eine kickstarter Aktion von einem Unternehmen, die Rohstoffe von Asteroiden gewinnen wollen. 1.500.000 $ ist Summe, die sie für ihr Projekt „Arkyd – a space telescope for everyone“ eintreiben konnten. Das Projekt war ein Weltraumteleskop, das von Jedermann benutzt werden kann, sodass jeder sein eigenes Bild von der Venus etc. machen kann. Es kann auch für Forschungszwecke benutzt werden. Dies hat die Leute begeistert gemacht. Ich kann nur empfehlen das Video einmal bei youtube anzuschauen. Viele Menschen haben ihr Geld „gespendet“ für das Projekt. Richard Branson hat sogar 100.000 $ gegeben.

Nutzen: Faszination und Emotion
Man kann Menschen mit Technik und Wissenschaft faszinieren. Doch das geht nur, wenn man an den Grenzen arbeitet. Entweder wie das Arkyd-Projekt im Weltraum oder wie IBM im ganz Kleinen.

Um den vollen Kreis wieder zum Anfang zu schlagen. Solche Dinge werden einfach im klassischen Nutzenbegriff nicht miteingeschlossen. Warum hat IBM das gemacht? Atome zu verschieben ist nicht einfach und hat sicher ewig gedauert. Doch es ist eine effektive Möglichkeit die Menschen über die Firma, über die Arbeit, die man leistet, und letztendlich über die eigenen Produkte zu faszinieren und zu begeistern. Auf diese Weise wir man hinterher einen tangible (also einen fassbaren) Effekt spüren können, der vorher nicht mit eingerechnet wurde.

Am Ende des Tages freut sich selbst der abgeklärteste Rationalist über einen einfachen Zaubertrick den er nicht versteht und der ihn ins Erstaunen versetzt.

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