
© fotolia.com – momius
Werbeartikel sind in der Marketingbranche ziemlich umstritten: Die einen halten sie für überflüssige Gadgets, da sie in Anbetracht ihrer Produktionskosten nur sehr wenig Resonanz beim potentiellen Kunden erzielen. Die anderen halten sie nach wie vor für ein wertvolles Instrument der Kundenbindung oder sogar -neugewinnung. Dieser Artikel zeigt, was Werbeartikel und Give-Aways wirklich bringen.
Was möchte ich mit meinem Produkt für eine Botschaft übermitteln?
Entscheidend ist bei Werbeartikeln, was mit ihnen erreicht werden soll: Möchte ich damit meinen Bestandskunden eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen oder mit ihnen sogar potentielle neue Kunden ansprechen? Für ersteres gelten andere Regeln als für zweiteres. Bestandskunden müssen nicht sonderlich überzeugt oder überrascht werden, sie freuen sich vor allem über die Geste eines Geschenks: Das Unternehmen denkt an mich und schätzt mich als Kunden!
Bei Neukunden sieht das anders aus: Sie freuen sich zwar auch über Geschenke, betrachten Werbeartikel aber durchaus skeptischer, da sie die implizite Werbebotschaft natürlich bereits erahnen. Produkte wie T-Shirts als Werbegeschenk sind daher für die Neukundengewinnung grundsätzlich anders zu gestalten als für Bestandskunden. Die Werbebotschaft muss hier implizit oder sogar kaum erkennbar erfolgen. Das Produkt muss auch für sich allein stehen können.
Für T-Shirts würde das bedeuten: Es muss sich auch unabhängig vom aufgedruckten Logo um einen modischen Artikel handeln, den der Kunde gern im Alltag tragen wollen würde. Nur dann kann der Werbeartikel seine Wirkung auch entfalten. Andernfalls landet das wohlwollende Geschenk vermutlich tatsächlich schneller im Müll, als es dem Vermittler der Werbebotschaft lieb ist.
Welche Artikel eignen sich für die Neukundengewinnung?
Artikel, die vor allem potentielle Neukunden ansprechen sollen, müssen am besten einen spezifischen Zweck oder eine klare Funktion erfüllen, auch unabhängig von der Werbebotschaft. Bei T-Shirts ist diese Funktion beispielsweise klar gegeben. Ähnlich verhält es sich bei Tassen, Feuerzeugen oder Stiften. Es gibt aber durchaus Werbeartikel, die nur den Schein erwecken, wirklich nützlich zu sein. Vor einigen Jahren galt es beispielsweise als schick, Schlüsselanhänger mit kleinen Gadgets wie Mini-Taschenlampen zu verschenken.
Das ist eine grundsätzlich nette Idee, wird aber heute insbesondere bei Neukunden schwierig. Ist so eine Taschenlampe wirklich ein Gegenstand, den man sich aufheben und bei Bedarf auch benutzen möchte? Haben viele Menschen nicht so etwas ohnehin zu Hause – oder nutzen sie neuerdings anstelle einer ‚echten‘ Taschenlampe nicht sowieso ihr Smartphone?
Bevor ein solches Werbeprodukt bestellt wird, sollte sich der Unternehmer immer fragen: Würde ich mir das in die Wohnung stellen? Würde ich das benutzen? Wenn er diese Frage nicht eindeutig mit „ja!“ beantworten kann, dann handelt es sich wohl eher um einen Artikel, der eine andere Gruppe besser anspricht. Zur Neukundengewinnung sollte die Funktionalität des Werbegeschenks immer absolute Priorität haben.