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Der Cost-Average-Effekt taucht im Zusammenhang mit der Anlage in Wertpapiere häufig auf. Dabei wird er von Bankberatern gern als Verkaufsargument genutzt. Doch worum geht es beim Cost-Average-Effekt eigentlich?
Der Cost-Average-Effekt beim Spargelkauf
Aus dem Englischen übersetzt, bedeutet Cost-Average-Effekt „Durchschnittskosteneffekt“. Dieser lässt sich exemplarisch anhand eines Obst- oder Gemüseeinkaufs verdeutlichen. In der folgenden Ansicht finden sich Beispielpreise für Spargel in der Saison:
- Vorsaison: 15,00 Euro
- Hauptsaison: 10,00 Euro
- Saisonende: 7,00 Euro
- Außerhalb der Saison: 25,00 Euro
Der Preis des Produkts passt sich dem Angebot und der Nachfrage an. Zu Beginn der Spargelsaison ist das Angebot noch klein, die Nachfrage jedoch groß. Zum Saisonende ist das Bedürfnis der Verbraucher nach Spargel befriedigt, während die Produzenten ihre Restbestände leeren möchten. Der Preis sinkt. Im Winter ist Spargel nur aus Übersee zu bekommen, daher ist er teuer. Kauft ein Verbraucher je Saison einen Kilo Spargel, so zahlt er durchschnittlich 14,25 Euro. Dies ist der Cost-Average-Effekt des Spargels.
Nun zu den Wertpapieren
Bei Aktien und Fonds stellt sich bei der Anlageplanung eine Frage: Soll das Geld auf einmal angelegt werden oder ist eine regelmäßige Sparrate günstiger? Bei dem Spargelbeispiel gab es nur vier verschiedene Kaufzeitpunkte mit ihrem jeweiligen Preis. Das Gut wurde nicht weiterverkauft, sondern verbraucht. Bei Wertpapieren existieren jedoch unendlich viele mögliche Zeitpunkte, um sie zu kaufen.
Jeder dieser Momente weist für das Papier einen geringfügig abweichenden Kaufpreis auf. Demgegenüber steht ein fixer Verkaufszeitpunkt, zu dem die Anlage wieder auf das Konto fließen soll – beispielsweise der Renteneintritt.
Guter Verkaufszeitpunkt
Einmaleinlage
Ein Wertpapier wird jetzt für 50,00 Euro gekauft. Nach fünfjähriger Haltedauer wird es zu einem Preis von 70,00 Euro verkauft. Dies entspricht einem Gewinn von 20,00 Euro, beziehungsweise einer Wertsteigerung von 40 %.
Anlage mit einer Sparrate
Dasselbe Wertpapier wird einmal jährlich gekauft:
- 1. Jahr – 50,00 Euro
- 2. Jahr – 70,00 Euro
- 3. Jahr – 25,00 Euro
- 4. Jahr – 10,00 Euro
- 5. Jahr – 30,00 Euro
Der Schlusskurs gleicht dem obigen Beispiel. Durch den regelmäßigen Wertpapierkauf sank der durchschnittliche Kaufpreis auf 37,00 Euro je Stück. Daraus folgt ein Kursgewinn von 33,00 Euro oder 89 %.
Schlechter Verkaufszeitpunkt
Das Wertpapier wird ebenfalls zu 50,00 Euro gekauft. Der Kurs fällt zum Verkaufszeitpunkt auf 40,00 Euro. Bei der Einmaleinlage folgt aus diesem Geschäft ein Verlust von 10,00 Euro oder 20 %. Wird die obige Kurstabelle erneut zugrunde gelegt, ergibt sich mit einem durchschnittlichen Kaufkurs von 37,00 Euro ein Gewinn von 3,00 Euro beziehungsweise eine Wertsteigerung von 8,1 %.
Fazit
Durch das monatliche Ansparen bildet sich ein Durchschnittskurs des Wertpapiers im Depot. Dadurch erhöht sich die Rendite in der Regel stärker als bei einer Einmalanlage. Der Cost-Average-Effekt senkt das Risiko, bei der Anlage den „falschen“ Zeitpunkt zu treffen. Darüber hinaus mindert er das Verlustrisiko.