Fama und der effiziente Markt

Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

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Die Effizienzmarkthypothese wird seit langem kontrovers unter Wirtschaftswissenschaftlern diskutiert, die sich mit den Kapitalmärkten befassen. Ihr Begründer, der amerikanische Ökonom Eugene F. Fama erhielt für sein Werk im vergangenen Jahr den Nobelpreis. Die Diskussion hat das nicht beendet, im Gegenteil sie erhielt dadurch neue Nahrung.

Annahme: rationale Finanzmärkte

Die Effizienzmarkthypothese geht davon aus, dass die Marktteilnehmer an den Finanzmärkten rational und auf der Basis gleicher Informationen handeln. Unter diesen Voraussetzungen werden die verfügbaren Informationen jederzeit in den Kursen abgebildet. Für die Preisbildung von Finanztiteln sind damit letztlich nur Angebot und Nachfrage ausschlaggebend.

Prognosefrei: die überlegene Strategie

Die Konsequenz ist: wenn alle Informationen bekannt sind und in den Kursen verarbeitet werden, ist es auf Dauer nicht möglich, den Markt zu schlagen. Anleger, die prognosefrei investieren, sind danach genauso erfolgreich wie Investoren, die auf ausgeklügelte Analysen, Charttechnik und Vorhersagen setzen. Prognosefrei zu investieren ist dabei letztlich sogar die überlegene Strategie, denn sie bedeutet bei gleichem Ergebnis weniger Aufwand.

Börsenpsychologie vernachlässigt?

Kritiker haben sich immer wieder an der Effizienzmarkthypothese gerieben. Die Kritik bezieht sich dabei vor allem auf die idealtypischen Annahmen Famas. Es wird bezweifelt, dass die Akteure an den Finanzmärkten ausschließlich rational handeln. Psychologische Momente spielten eine erhebliche Rolle, sie führten zu Übertreibungen, Herdentrieb und Panik, so wird argumentiert.  Die Kursbildung sei daher keineswegs nur durch effiziente Informationsverarbeitung und den klassischen Mechanismus von Angebot und Nachfrage geprägt.

Kein eindeutiger Beweis und Gegenbeweis

Anhänger und Gegner der Effizienzmarkthypothese haben immer wieder versucht, ihre jeweiligen Positionen empirisch zu belegen. Die Ergebnisse sind nicht eindeutig. Weder konnte die Hypothese eindeutig bewiesen, noch widerlegt werden. Einerseits sind die psychologischen Einflüsse auf das Marktgeschehen nicht von der Hand zu weisen, andererseits zeigen langfristig angelegte Untersuchungen, dass es selbst Fondsmanagern als ausgewiesenen Experten dauerhaft kaum gelingt, besser zu sein als der Markt. Prognosefrei ist daher vielleicht doch besser.

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