Betriebswirtschaftslehre (BWL) – Wissenschaft mit vielfältigen Aufgabenbereichen

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Die Betriebswirtschaftslehre zählt als Teildisziplin zu den Wirtschaftswissenschaften und soll Entscheidungsprozesse in Unternehmen erklären, beschreiben und unterstützen. Dabei konzentriert sich die BWL hauptsächlich auf die wirtschaftliche Perspektive, wobei der Einzelbetrieb im Mittelpunkt steht. Das Ziel besteht in der effizienten Führung, Organisation und Steuerung und dem Erreichen eines wirtschaftlichen Erfolgs im jeweiligen Unternehmen.

Deshalb finden alle Berechnungen auf der Basis einer angenommenen Güterknappheit und eines daraus resultierenden ökonomischen Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen statt. Mit dem anderen Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, der Volkswirtschaftslehre (VWL), hat die Betriebswirtschaftslehre (BWL) viele Gemeinsamkeiten, obwohl sich die Inhalte beider Wissenschaftszweige grundsätzlich voneinander unterscheiden.

Beliebtestes Studienfach in Deutschland

In Deutschland zählt die Betriebswirtschaftslehre (BWL) zu den beliebtesten Studienfächern und wird an beinahe jeder Universität, Akademie oder Fachhochschule angeboten. Während des BWL-Studiums werden den Studierenden allgemeine Grundlagen der Wirtschaftswissenschaften vermittelt. In den verschiedenen Studiengängen erwerben zukünftige Akademiker ein spezielles Fachwissen in den unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Schwerpunkten.

Zu den Studieninhalten zählen Themen wie Organisation, Planung und Berechnung innerhalb der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre. Das BWL-Studium ist ein branchenübergreifendes Studium, das den Absolventen berufliche Chancen in den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft ermöglicht. Das Ziel der akademischen Ausbildung ist die Steigerung der Handlungsfähigkeit sowie des fachübergreifenden Denkens der Studierenden, um diese für eine Führungsposition im Management eines wirtschaftlichen Unternehmens zu qualifizieren.

Eine Art BWL Studium gab es bereits im 17. bis 18. Jahrhundert, als das Studienfach noch als Handlungswissenschaft oder Handelswissenschaft bezeichnet wurde. Der Begriff „Handelsbetriebslehre“ wurde im Jahr 1898 bei der Gründung der Handelshochschulen in Aachen, Leipzig und Wien eingeführt und ab dem Jahr 1910 amtlich als Privatwirtschaftslehre beschrieben.

Allgemeine oder Spezielle Betriebswirtschaftslehre?

Das Fach Betriebswirtschaftslehre in seiner heutigen Form kommt erstmals im Jahr 1918 auf. Die Wurzeln der Betriebswirtschaft reichen jedoch bis in die Antike zurück. Das erste Lehrbuch zur Betriebswirtschaft veröffentlichte der Franzose Jacques Savary, der als Begründer der Handlungswissenschaft gilt, im Jahr 1675. In seinem Werk trug der Wissenschaftler das komplette kaufmännische Wissen der damaligen Zeit zusammen.

Zu einer wissenschaftlichen Neubelebung der Betriebswirtschaftslehre kam es jedoch erst am Beginn des 20. Jahrhunderts, wobei die bereits gewonnenen Erkenntnisse der Handlungswissenschaft nicht berücksichtigt wurden. Damals wurde in den Standardfächern kaufmännisches Rechnen, Kontorkunde, Buchhaltung sowie Korrespondenz und Fremdsprachen unterrichtet. Später kamen weitere Themen wie die Betriebsorganisation sowie die Lehren des Warenhandels, Transportwesens, Bankgeschäfts und der Versicherungen hinzu.

Heute gliedert sich die Betriebswirtschaftslehre (BWL)in die beiden Hauptbereiche Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL) sowie Spezielle Betriebswirtschaftslehre (SBWL), wobei Letztere sich außerdem in funktionale und institutionelle Betriebswirtschaftslehren unterteilt. Das Konzept umfasst organisatorische, rechentechnische und planerische Entscheidungen als Themenbereich der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre (ABWL), die branchen- und funktionsübergreifend ausgerichtet ist.

Dieser Teilbereich vermittelt einen Überblick über die gesamte Wissenschaft der Betriebswirtschaftslehre und stellt die entsprechenden Zusammenhänge dar, wobei fachübergreifendes Denken und Entscheiden gefördert werden sollen. Ausgewählte Fragen mit einer Relevanz für bestimmte Unternehmen werden durch die Spezielle Betriebswirtschaftslehre (SBWL) abgedeckt.

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