Was bewegt Globalisierung?

Laut wikipedia ist Globalisierung „der Vorgang der zunehmenden weltweiten Verflechtung in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation etc.).“

Doch wie misst man diese Verpflechtungen. Globalisierung ist ja doch ein sehr abstrakter Begriff. Er muss also operationalisiert werden. Aus diesem Grund möchte ich heute das ganze einmal aus der Sicht von Strömungen betrachten. Und zwar von Handel, Migration und Telekommunikation. Damit werden die sehr sichtbaren Dinge angesprochen, jedoch bleiben Politik, Kultur, Umwelt etc. dabei noch unberücksichtigt.

Diese 3 Katgorien haben 6 verschiedene Eigenschaften. Hier einmal in einer Tabelle die Eigenschaften:

Jede einzelne Komponente hier zu besprechen wäre sicher zu langweilig und würde schon einer ganzen Vorlesung gleich kommen. Deswegen werde ich hier nur ein paar Fakten präsentieren zur Entwicklung der drei Kategorien, damit man weiß womit man es global zu tun hat. Die sechs Katogrien sind in der Tabelle von oben nach unten:

Name
Definition
Arten
Medium
Hauptverbindungsstellen
Geschwindigkeit
Kapazität

 

Handel Migration Telekommunikation
Strömung von physischen Gütern (Fracht) Strömung von Personen (Passagieren) Strömung von Informationen
Rohstoffe, Energie, Nahrung, Konsumgüter etc. Permanent , temporär, Tourismus, Geschäftsreisen Kommunikationsarten
Transportwege und Terminals (Straßen, Wasser, Luft…) Transportwege und Terminals (Straßen, Wasser, Luft…) Transportwege und Terminals (Straßen, Wasser, Luft…), Telekommunikationssysteme
Häfen Flughäfen Globale Städte
Langsam bis Mittel Langsam bis schnell Sofort
Sehr Groß Groß Fast unbegrenzt

Was man hier sieht ist eine Ver-15-fachung des internationalen Handels in nur 50 Jahren. Das allein ist schon beeindruckend, aber was wirklich die treibende Kraft in der Globalisierung ist, ist das die Warenproduktion sich „nur“ Ver 5,5-facht hat im selben Zeitraum. Dies bedeutet, dass sich die Märkte viel weiter geöffnet haben und ein bedeutend größeren Teil ihres Handels mit der Welt geteilt haben, als die Eigenproduktion nur im eigenen Land abzuwickeln. Ermöglicht wurde dies durch Freihandelsabkommen und dem Abbau der Zölle. Man sieht deutlich den Knick, den Boost des Handels, nach Ende des kalten Krieges, und den Einbruch des Handels in der jüngsten Finanzkrise. Handel wird vor allen Dingen über Schiffe und LKWs abgewickelt, deswegen sollte man sich überlegen eine Lkw Versicherungen für Spediteure anzuschaffen um sich gegen eventuelle Schäden abzusichern.

Auch hier ist die explosionsartige Kraft der Globalisierung zu spüren. Kleine Hilfe zur Interpretation: Das Wachstum ist nicht schwächer geworden zwischen den letzten beiden Balken, eher im Gegenteil. Der Abstand ist hier einfach nur ein Jahr, während es sonst 10 Jahre sind. So sind von 2007-2008, 90 Millionen Personen mehr gereist, was etwa 1/10 Wachstum entspricht, während in den vorhergegangenen 7 Jahren ungefähr 400 Millionen mehr Reisen angetreten wurden, was einer knappen Verdopplung in 7 Jahren entspricht (weniger als 10% jährliches Wachstum).

Wohlstand ist sehr stark von der Informationsgeschwindigkeit in einem Land abhängig, deswegen spielen diese Zahlen eine ganz große Rolle. Internet und Breitband exisitierten vor 1995 praktisch nicht, deswegen fehlen in dieser Grafik die Zahlen dafür.

Ist man im Globalisierungsgeschäft tätig, ist es gut mit einer Güterschaden Haftpflichtversicherung sich für den Notfall zu sichern.

 

Alle Infographiken sind von der Bundeszentrale für politische Bildung.

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4 Responses

  1. Torsten sagt:

    Informativer Beitrag. Aber was mir ein wenig fehlt, sind die Nachteile, die die Globalisierung mit sich bringt bzw. was diese – gerade in der dritten Welt – auch anrichten kann, nur um in der ersten Welt für stetig neues Wachstum und immer höheren Wohlstand zu erzeugen. Wäre evtl. mal ein Vorschlag für einen separaten Beitrag, sich mit den kritischen Komponenten gezielt auseinander zu setzen.

    VG

  2. Dominik sagt:

    Um ehrlich zu sein, finde ich, hat Globalisierung wenig schlechtes. Damit meine ich die Tatsache der Globalisierung, das ist die potenzielle zur Verfügungstellung von allen Ressourcen an jede Partei. Dies hat dazu geführt dass Abermillionen Jobs in den sich entwickelnden Ländern geschaffen wurden. Das Politik und Konsumhunger der westlichen Welt dazu führen, dass bei genügend Nahrung auf der Welt, diese Ungleichmäßig verteilt ist, sehe ich nicht als direkte Konsequenz der Globalisierung. Natürlich hat es auch seine Schattenseiten, keine Frage. Nicht ohne Grund demonstrieren Organisationen wie Attac gegen Globalisierung. Es vernichtet Arbeitsplätze, wo sie woanders günstiger sind, was meistens in den einfacheren Produktionsarbeiten der Fall ist. Doch ich finde unterm Strich haben wir eine unfassbar starke positive Summe. Nichtsdestotrotz entstehen Nachteile die politisch adressiert werden müssen, deswegen werde ich gerne deinen Themenvorschlag aufgreifen und in balde einen Blogpost dazu veröffentlichen.

  3. Torsten sagt:

    @Dominik: Das Globalisierung nichts schlechtes hast, siehst Du so als Endverbraucher. Aber frag mal die Mitarbeiter von Foxconn, die 6 Tage pro Woche 12 h arbeiten und am Monatsende 200 Euro kriegen, in Baracken hausen nur damit wir hier unser iPhone 4S durch das iPhone 5 ersetzen können. Super Globalisierung…

  4. Niko sagt:

    In Zeiten von TTIP wäre es eigentlich Zeit für ein update um die Globalisierung, die mit solchen Abkommen sicherlich weitere Dynamik entfaltet neu zu durchleuchten. Bsonders bei TTIP zeigen sich die 2 Seiten der Medaille aus verschiedenen Perspektiven, die eine umfassende Beurteilung so komplex werden lassen. Es werden immer einzelne Aspekte bleiben die positiv sind allerdings stehen den auch negative Aspekte gegenüber, die an sich jedoch auch das Potential hätten als Chance angesehen zu werden. Angleichung an EU Normen oder Angleichung an US Normen. Mittels TTIP könnte auch ein Thema wie ressourcenschonende Umweltpolitik globalisiert werden…Ein spannendes Diskussionsfeld.

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