Factoring kann Ihr Unternehmensrating verbessern – So funktioniert es

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Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen stellt es immer wieder eine besondere Herausforderung dar, kurzfristig auftretende Finanzierungslücken zu schließen. Wenn der Rahmen des Kontokorrentkredits weitgehend ausgeschöpft ist und mit der Bank um jeden weiteren Euro hart gerungen werden muss, beginnt nicht selten die Suche nach alternativen Lösungen.

Factoring ist eine solche Alternative, die sich einer stetig steigenden Beliebtheit erfreut. Die unkomplizierte und schnelle Art und Weise, Liquidität zu schaffen, wurde ursprünglich in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt, bevor sie auch für Mittelständler in Europa zu einem effektiven Finanzierungstool wurde.

Mit Factoring finanzielle Freiräume und eine positive Sicht auf die Bilanz schaffen

Beim Factoring werden die Ansprüche aus einer Kundenrechnung von einem sogenannten Factor aufgekauft. Innerhalb kürzester Frist, in der Regel 48 Stunden, erhält der Lieferant so etwa 90 Prozent der ausstehenden Rechnungssumme ausgezahlt. Monatelange Zahlungsfristen verlieren so ihren Schrecken und beeinträchtigen nicht länger die so wichtige Liquidität eines Unternehmens. Der Restbetrag abzüglich der Gebühren für den Factor wird nach der Begleichung der Rechnung durch den Kunden ausgezahlt.

Beim echten Factoring, das in Deutschland den weitaus größeren Anteil an den Factoring-Geschäften ausmacht, übernimmt der Factor darüber hinaus auch noch das Forderungsmanagement und das Ausfallrisiko. Insbesondere dieser Punkt trägt dazu bei, dass sich das Factoring äußerst positiv auf die Bilanz eines Unternehmens auswirkt.

Die Bilanz ist für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Weist sie eine geringe Liquidität und hohe Außenstände auf, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die mögliche Höhe und die Konditionen eines Kredites. Je niedriger die Liquidität, desto schwieriger wird es, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Wird er dann doch genehmigt, sind die Zinsen dafür in der Regel deutlich höher als bei einer guten Liquidität.

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Erhöhung der Eigenkapitalquote durch Factoring führt zu besserem Unternehmens-Rating

Dies lässt sich durch die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Unternehmen vermeiden. Durch die sofortige Auszahlung von 90 Prozent der ausstehenden Rechnungen verbleibt lediglich der Restbetrag als offene Forderung in der Bilanz. Wird die so gewonnene Liquidität zum Begleichen von Lieferantenverbindlichkeiten genutzt, reduziert sich die Bilanzsumme entsprechend. Auf diese Weise erhöht sich die Eigenkapitalquote, was sich umgehend positiv auf das Unternehmensrating auswirkt.

Das Rating eines Unternehmens ist bei der Kreditvergabe und der Ausgestaltung von Kreditkonditionen nach den Richtlinien von Basel III von entscheidender Bedeutung. Die durch das Factoring erzielte höhere Eigenkapitalquote ermöglicht in der Regel nicht nur eine höhere Kreditlinie und günstigere Zinssätze, sondern auch eine unkompliziertere und schnellere Bearbeitung eines Kreditantrages.

Besonders wichtig ist aber der Hinweis, dass trotz des Factorings nicht auf eine Basisfinanzierung durch eine Bank oder Sparkasse verzichtet werden kann. Mit Hilfe von Factoring wird lediglich eine zusätzliche Finanzierungsquelle erschlossen, die Freiräume und bessere Bilanzkennzahlen schafft.

Factoring erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und sorgt für günstige Kreditkonditionen

Durch Factoring ist es möglich, die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu steigern. So können Einkaufsvorteile genutzt und Kunden längere Zahlungsziele angeboten werden, ohne dadurch die Liquidität des Unternehmens zu gefährden. Da das Ausfallrisiko beim echten Factoring auf den Factor übergeht, ist die geringe Wahrscheinlichkeit, auf offenen Forderungen sitzen zu bleiben, ein weiteres gutes Argument, wenn es darum geht, selbstbewusster in die Kreditverhandlungen mit einer Bank zu gehen.

Gerade kleinen und mittleren Unternehmen bietet Factoring die Möglichkeit, ihre Position gegenüber Banken und anderen Kreditinstituten nachhaltig zu stärken. Mit einer guten Liquidität, einer hohen Eigenkapitalquote und den damit verbundenen positiven Bilanzkennzahlen verbessert sich das Bonitätsrating, was unweigerlich bessere Kreditbedingungen zur Folge hat.

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