Vermögenspreisinflation – Der etwas andere Inflationsindikator

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Unter einer Inflation versteht man die Erhöhung des Preisniveaus für Konsumgüter, als auch Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum. Somit sinkt die Kaufkraft eines Konsumenten und er kann sich von seinem bestehenden Budget weniger leisten. Ein gewisser Grad an Inflation ist hingegen positiv, er spricht für die aufstrebende Wirtschaftskraft eines Landes und eine Inflation von ungefähr 2% im Jahr ist ein guter Indikator für ein positives Wirtschaftswachstum.

Inflation der Vermögenswerte – Definition

Die Vermögenspreisinflation ist somit eine Inflation der Vermögenswerte. Darunter fallen Aktien, Anleihen, Immobilien, sowie Rohstoffe. Da Vermögenswerte relativ anfällig für Spekulationsblasen aufgrund ständig ansteigender Preise sind, ist die Vermögenspreisinflation ein häufiges, aber sehr schwer zu messendes Phänomen. Sie steht jedoch in sehr enger negativer Korrelation zur normalen Inflation.

Bei einer niedrigen Inflation haben die Konsumenten mehr Geld übrig, um in Vermögenswerte zu investieren. Dadurch entsteht mehr Nachfrage nach Vermögenswerten und der Preis hierfür steigt. Besteht jedoch eine höhere Inflation, haben die Konsumenten weniger Geld für eine Investition in Vermögenswerte übrig und werden demnach nur sehr wenig davon nachfragen. Dadurch gibt es einen Angebotsüberschuss und der Preis für Vermögenswerte sinkt.

Aktueller Trend

Im Moment erleben wir einen Anstieg der Vermögenswerte, da wir durch die niedrigen Zinsen bei den deutschen Banken fast keine Zinsen mehr für das Ersparte bekommen. Dadurch investieren mehr Menschen in Vermögenswerte, um mehr aus ihrem Geld erwirtschaften zu können. Hierbei besteht jedoch die Gefahr einer Blase, weil der Preis nur aufgrund der höheren Nachfrage steigt, nicht jedoch aufgrund einer tatsächlichen Attraktivitätssteigerung.

Dies kann man in Deutschland beispielsweise an den rasant steigenden Immobilienpreisen beobachten. Natürlich lässt sich schwer analysieren, ob wir tatsächlich vor einer Spekulationsblase stehen, oder ob die Preissteigerung konstant bleiben kann, jedoch ist es wichtig, dass man sich über die Existenz einer Vermögenspreisinflation bewusst ist.

Bei Aktien kann man beispielsweise relativ sicher auf die Psychologie der Menschen vertrauen. Ist eine Aktie im Aufwärtsschwung, wird es lange dauern, bis sich dieser Trend umkehrt. Die Menschen folgen einfach lieber dem, was ihr Nachbar auch tut, anstatt sich etwas eigenes zu überlegen. Darauf basiert die Psychologie des Finanzmarktes. Das Platzen einer Spekulationsblase bedarf im Aktienmarkt eher eines Skandals oder ähnliches.

Fazit

Als Fazit kann man somit schließen, dass die Vermögenspreisinflation durchaus ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftswelt und die allgemeine Inflation ist. Darüber hinaus ist es wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen und aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

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