Strategien entwickeln – Der BWLer und die Selbstständigkeit

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Von der Uni in die Selbständigkeit – für den BWL-Studenten mitunter kein ungewöhnlicher Weg. Denn nicht immer müssen die ersten Erfolge in einem Angestelltenverhältnis gefeiert werden. Wer sich schon während des Studiums Gedanken über seine Zukunft macht, eigene Ideen entwickelt und diese mit Hilfe eines eigenen Unternehmens umsetzen möchte, der kann nach dem Studium direkt in die Selbständigkeit starten.

Damit diese letztendlich auch erfolgreich wird und der BWLer von seiner Idee nicht nur träumen, sondern auch leben kann, ist es wichtig, dass der Schritt in die Selbständigkeit von einer gut durchdachten Strategie begleitet wird. Wie eine solche Strategie aussehen kann, möchten wir an dieser Stelle etwas näher vorstellen.

Schritte zu einer erfolgreichen Gründung

Der Weg in die Selbständigkeit ist auch für den BWLer nicht immer einfach. Denn er erfordert Mut, Durchhaltevermögen, und letztendlich auch eine zündende Idee, die mit Hilfe der Selbständigkeit umgesetzt werden soll. Zuallererst muss sich der BWLer daher die Frage stellen, ob er überhaupt in der Lage ist, selbständig und eigenbestimmt zu arbeiten. Zur Entwicklung einer passenden Strategie ist dies Grundvoraussetzung. Denn wer nicht ohne Anleitung und mit entsprechendem Fleiß und Durchhaltevermögen arbeiten kann, der wird in der Selbständigkeit nicht glücklich werden.

Wichtig ist daher, dass man sich der Herausforderung nicht nur bewusst ist, sondern sich dieser auch jeden Tag aufs Neue stellt. Es gibt keinen acht Stunden Tag und es gibt auch keine 35 Tage Urlaub im Jahr für einen Selbständigen. Gearbeitet wird immer dann, wenn es notwendig ist. Und besonders in der Startphase ist dies permanent der Fall.

Schon während des Studiums kann sich der BWLer die Frage stellen, was er innerhalb seiner Selbständigkeit plant. Diverse Studienfächer zeigen diesbezüglich vielleicht schon einen groben Weg auf. Letztendlich sollte man aber keinen eingetretenen Pfaden folgen, sondern eigene Wege gehen. Manchmal ist das Schwimmen gegen den Strom deutlich besser als mit dem Strom einfach nur mit zu schwimmen.

Wer neue Ideen entwickelt, die am Markt noch nicht vertreten sind, wird diese Marktlücke füllen können und sie für sich nutzen. Was nützt der 80.000 Online-Shop, wenn darin auch nur Bekleidung & Technik verkauft werden, wie in den anderen 79.999 Online-Shops.

Unser Tipp: Gegen den Strom schwimmen bedeutet mitunter, Ideen zu verwirklichen, die auf den ersten Blick simpel und wenig spannend klingen können. Möglich wäre beispielsweise, mit Hilfe von speziellen Etiketten oder auch Prüfplaketten anderen Unternehmen und Privatpersonen zu helfen.

Die Entscheidung – der erste wichtige Schritt auf dem Weg zur passenden Strategie

Die Entscheidung für die Selbständigkeit sollte gut überlegt werden. Es gilt, vor allen Dingen in den ersten Monaten und Jahren viele Rückschläge zu verkraften. Wer jedoch die Entscheidung trifft, sich selbständig zu machen und davon auch zu leben, der wird dies mit Sicherheit in der Zukunft nicht bereuen.

Wer sich als Unternehmertyp sieht, die Hürden kennt und nehmen kann, auf Beratung setzt, und genug Zeit und Kraft in das Unternehmen steckt, wird nicht nur seine Strategie umsetzen, sondern das Unternehmen auch zum Erfolg führen. Empfehlenswert ist es in diesem Zusammenhang, auch auf ältere Gründer zu hören, deren Erfahrungen aufzusaugen und für die eigene Existenzgründung zu nutzen.

Die Strategie im Businessplan verankern

Eine gute Strategie sichert sich in alle Richtungen ab. Sie ist festgeschrieben aber gleichzeitig auch flexibel, um an den Markt und an die Gegebenheiten angepasst werden zu können. Als Gründungsweg zeigen sich verschiedene Möglichkeiten auf. Auch diese sollten unbedingt in der Strategie berücksichtigt werden.

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So ist es möglich ein völlig neues Unternehmen zu gründen. Das Unternehmen kann dann nach den eigenen Wünschen ausgerichtet und auch eingerichtet werden. Von der Strukturierung der Ablage bis hin zu Mitarbeiterzahl kann der Unternehmer alle Eckdaten selbst bestimmen. Der BWLer hat aber auch die Möglichkeit, ein Bestandsunternehmen zu übernehmen, um dieses fortzuführen oder dort die eigenen Ideen einfließen und umsetzen zu lassen.

Selbst Franchising wäre mit Sicherheit eine Idee, wobei der Unternehmer beim Franchising wenig eigene Ideen einfließen lassen kann. Der Franchising-Partner gibt den Weg vor und stellt dabei nicht nur die Einrichtung und das Konzept zur Verfügung, sondern weist auch den Unternehmer in die Unternehmensstrategie und Philosophie ein. Für eine eigene Ablage mit Etikettierungen nach Wunsch wäre aber trotz alledem ausreichend Platz.

Im Businessplan werden die Ideen samt Strategie zusammengefasst und ausführlich vorgestellt. Der Businessplan ist in vielerlei Hinsicht wichtig. Einerseits dient er zur Orientierung für den Unternehmer. Denn er ist ein Plan, der über mehrere Jahre hinweg aufzeigt, wie sich das Unternehmen im besten Falle entwickeln soll. Außerdem wird der Businessplan benötigt, um finanzielle Mittel von Banken und Sparkassen in Anspruch nehmen zu können.

Die Finanzierung ist oftmals eine große Hürde für den BWLer, die auf dem Weg in die Selbständigkeit genommen werden muss. Auch diese muss in der Strategie genau geplant werden. Eine Rentabilitätsvorschau zeigt auf, welche finanziellen Erwartungen an das Unternehmen geknüpft werden können und welche finanziellen Mittel dafür aufgebracht werden müssen. Im Vorfeld kann abgeklärt werden, welche privaten Gelder zur Verfügung stehen und welche Gelder mit Hilfe von Bankhäusern in die Umsetzung des Vorhabens fließen müssen.

Der Kapitalbedarf sollte genau berechnet werden. Eventuell sollte ein finanzieller Spielraum eingerechnet werden, damit flexibel auf unerwartete Ausgaben reagiert werden kann. Öffentliche Starthilfen in Form von Förderprogrammen oder einer Crowdfinanzierung sind ebenfalls Möglichkeiten, den Finanzbedarf zu decken. Hier gilt es, die Idee aus dem Unternehmen mit den Möglichkeiten für solche Finanzierungen abzugleichen.

Die passende Rechtsform – mehr als nur eine Formalität

Ebenfalls in der Strategie enthalten sein sollte die Rechtsform, die für das Unternehmen vorgesehen ist. Der Name des Unternehmens ist das Aushängeschild des Unternehmens. Er sollte daher gezielt gewählt und auch präsentiert werden. Obendrein gilt es, die passende Rechtsform zu finden. Eine GmbH bringt mehr Sicherheit als ein Einzelunternehmen. Hier sollte gegebenenfalls rechtliche Hilfe in Anspruch genommen werden, damit der richtige Weg gefunden werden kann.

Auch das kaufmännische Einmaleins darf nicht aus den Augen verloren werden und muss in der Strategie genau berücksichtigt werden. Wer kümmert sich um die Buchführung, wie sieht es mit der Liquiditätsplanung aus? Welche Kosten entstehen und welche Preiskalkulationen müssen vorgenommen werden?

Das Forderungsmanagement überfordert viele junge BWLer, die gerade mit ihrem Unternehmen starten wollen. Offene Rechnungen sind in vielen Fällen der Grund, warum ein Unternehmen scheitert. Hier gilt es, von vornherein eine passende Strategie zu finden. Eine gute Ablage samt sorgfältiger Beschriftung kann helfen.

Zu guter Letzt ist auch der Gewinn immer ein Thema, welcher in der Strategie niemals vergessen werden sollte. Dass junge Unternehmen in den ersten Jahren nicht die größten Gewinne abwerfen, ist völlig normal. Jedoch sollte geschaut werden, dass die Jahresfolgerechnung immer eine Steigerung aufzeigt. Denn nur dann kann man ein Unternehmen auf solide Beine stellen.

Der Service – die Königsdisziplin eines Unternehmens

Ohne Kunden keine Einnahmen und ohne Einnahmen kein Gewinn. Wer seine Kunden begeistern möchte, der muss einen guten Kundenservice bieten. Zu einem guten Kundenservice gehört nicht nur eine gute Erreichbarkeit, sondern auch die Tatsache, dass der Kunde immer dort abgeholt wird, wo er sich befindet.

Soziale Medien sind dabei ein großes Thema. Nicht nur die eigene Internetseite sollte sich adrett präsentieren, sondern der Auftritt bei Facebook und Co sollten ebenfalls gut geplant werden. Sollte ein Online-Shop geplant sein, gilt es, sich rechtzeitig um entsprechende Genehmigungen und Prüfplaketten zu kümmern. Ein Aspekt, der ebenfalls in der Strategie nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Letztendlich gilt es, innerhalb der Strategie ein gutes Gesamtprodukt zu entwickeln. Dieses Produkt sollte dem Zeitgeist folgen, gleichzeitig aber auch die Ideen des Unternehmers widerspiegeln und dieses so darstellen, dass Kunden sich davon angesprochen fühlen. Wenn dies gelingt, wird das Unternehmen auch zum Erfolg geführt werden können.

Quellen & hilfreiche Links:

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