Der Zinseszinseffekt – Anleger profitieren von langen Laufzeiten

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Um den Zinseszinseffekt zu verstehen, muss man sich zuerst mit dem einfachen Zins auseinandersetzen. Beim einfachen Zins handelt es sich um eine Art Entschädigung, die der Geldgeber bzw. Anleger verlangt bzw. erhält, sofern er sein Geld einer anderen Person zur Verfügung stellt. Das Festgeldkonto ist ein klassisches Beispiel: Der Sparer legt sein Geld für eine bestimmte Laufzeit an und erhält dafür Zinsen, weil er sein Vermögen zur Verfügung stellt. Die Zinsen werden dann, je nach Vereinbarung, quartalsweise oder jährlich gutgeschrieben. Wer etwa 10.000 Euro zu einem Zinssatz von 5 Prozent investiert, erhält – bei jährlicher Ausschüttung – eine Zinsgutschrift von 500 Euro.

Der Zinseszinseffekt

Beim Zinseszinseffekt werden die Zinsen nicht ausgeschüttet – sie werden zur angelegten Summe addiert. So werden nach einem Jahr also 10.500 Euro veranlagt. Nach einem weiteren Jahr erhöht sich die Anlage um 525 Euro, sodass das Vermögen auf 11.025 Euro anwächst. Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass sich die Anlagebasis – pro Jahr – erhöht. Da die Zinsgutschrift ebenfalls veranlagt wird, steigt das Vermögen nicht linear – es steigt exponentiell. Das bedeutet, dass die Kurve steil nach oben geht. Wer sich für eine Laufzeit von 10 Jahren entscheidet und für seine 10.000 Euro einen Zinssatz von 5 Prozent bekommt, darf sich also auf einen satten Gewinn freuen:

  • 1. Jahr: 10.500,00 Euro
  • 2. Jahr: 11.025,00 Euro
  • 3. Jahr: 11.576,25 Euro
  • 4. Jahr: 12.155,06 Euro
  • 5. Jahr: 12.762,81 Euro
  • 6. Jahr: 13.400,95 Euro
  • 7. Jahr: 14.071,00 Euro
  • 8. Jahr: 14.774,55 Euro
  • 9. Jahr: 15.513,28 Euro
  • 10. Jahr: 16.288,94 Euro

Während sich die Zinsgutschrift im ersten Jahr auf 500 Euro beläuft, so bekommt der Anleger im letzten Jahr bereits Zinsen in der Höhe von 775 Euro. Nach zehn Jahren sind aus den 10.000 Euro 16.288,94 Euro geworden – ein Plus von 6.288,94 Euro.

Anleger profitieren von langen Laufzeiten

Der Zinseszinseffekt ist vor allem für Vermögensanlagen von Bedeutung. Die ersten Jahre scheinen zwar nur geringe Gewinne zu bringen, eine lange Laufzeit sorgt aber dafür, dass der Anleger enorm vom Zinseszinseffekt profitiert. Folgender Gewinn wäre nach 20 Jahren möglich:

  • 11. Jahr: 17.103,39 Euro
  • 12. Jahr: 17.958,55 Euro
  • 13. Jahr: 18.856,48 Euro
  • 14. Jahr: 19.799,30 Euro
  • 15. Jahr: 20.789,27 Euro
  • 16. Jahr: 21.828,73 Euro (die Zinsgutschrift liegt erstmals über 1.000 Euro)
  • 17. Jahr: 22.920,17 Euro
  • 18. Jahr: 24.066,17 Euro
  • 19. Jahr: 25.269,48 Euro
  • 20. Jahr: 26.532,96 Euro

Ab dem 16. Jahr bekommt der Anleger – pro Jahr – Zinsen von mehr als 1.000 Euro gutgeschrieben. Der tatsächliche Gewinn beläuft sich – nach einer Laufzeit von 20 Jahren – auf 16.532,96 Euro. Würden nur die 10.000 Euro – ohne Zinsgutschrift – veranlagt werden, sodass es zu keinem Zinseszinseffekt kommt, würden die Gewinne nach 10 Jahren 5.000 Euro (- 1.288,94 Euro) und nach 20 Jahren 10.000 Euro (- 6.532,96 Euro) betragen.

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