Immobilieninvestor Gordon Grundler im Interview bei derbwler.de

Wenn es um deutsche Wohnimmobilien geht, kann Gordon Grundler vom Mannheimer Emissionshaus Primus Valor auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken. Obwohl der Immobilieninvestor den Markt für zunehmend eng hält, gibt es noch immer Chancen.

DerBWLer.de: Wie schätzen Sie den deutschen Immobilienmarkt derzeit ein?

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Im Interview: Gordon Grundler

Gordon Grundler: Gute Immobilien sind rar geworden. Das merken heute viele Privatanleger, die auf der Suche nach einem Objekt zur Eigennutzung sind. Gerade der Markt für Einfamilienhäuser oder einzelne Wohnungen ist in manchen Regionen Deutschlands wie leer gefegt. Dennoch sollten Anleger nicht den Fehler machen, beim Kauf von Immobilien Kompromisse einzugehen. Weder an der Bausubstanz noch an der Lage sollten private Käufer Abstriche machen. Diese Punkte sind für die langfristige Preisentwicklung essenziell.

DerBWLer.de: Welche Alternativen gibt es zur eigenen Immobilie?

Grundler: Gerade die Leser Ihres Blogs haben Begriffe wie REIT oder AIF sicher schon einmal gehört. Doch selbst als Ökonom ist es schwer, im Dickicht der Fondsangebote durchzublicken. Vor einigen Jahren hat der Gesetzgeber geschlossene Immobilien-Investments neu geregelt und die Rechtsform des AIF eingeführt. Neue Richtlinien sorgen für mehr Transparenz und Sicherheit. Das macht schwarzen Schafen, die es vor Jahren am Graumarkt zweifelsohne gegeben hat, das Leben schwer.

Als Vorstandsmitglied des Emissionshauses Primus Valor habe ich während der vergangenen Jahre mehrere geschlossene Immobilienfonds lanciert, zuletzt auch einen AIF. Der Zuspruch seitens der Anleger deutet darauf hin, dass Immobilien-AIF für Investoren eine geeignete Alternative sein können.

DerBWLer.de: Welche Kapitel sollten BWLer aus dem Studium noch einmal nachschlagen, um im Dickicht der alternativen Anlagen durchzublicken?

Grundler: Betriebswirte haben natürlich den Vorteil, Geschäftsmodelle und Zahlenwerke schnell erfassen zu können. Dennoch hilft oftmals auch der gesunde Menschenverstand dabei, Investitionsformen zu verstehen. Ich persönlich habe mich immer schwer getan mit offenen Immobilienfonds. Immobilien sind ein illiquides Gut. Dies in einen liquiden Fonds zu packen, birgt gerade während außergewöhnlicher Marktsituationen Risiken. Doch auch wer in geschlossene Produkte, die einem unternehmerischen Investment ähnlicher sind, investiert, sollte einiges beachten.

In erster Linie sollten Anleger heute darauf achten, dass ein Fonds als AIF aufgelegt ist. Dies bringt viele Vorteile. Darüber hinaus kommt es darauf an, dass ein Emissionshaus auch Erfahrung mit Immobilien hat. Alles Weitere sind persönliche Vorstellungen – es gibt Produkte auf Gewerbeimmobilien im Ausland und es gibt Produkte auf Wohnimmobilien in Deutschland. Diese Wahl müssen Investoren selbst treffen.

DerBWLer.de: Und wie fällt Ihre Wahl aus?

Grundler: Wir legen unseren Fokus seit Jahren auf Wohnimmobilien in Deutschland. Ein besonderer Schwerpunkt sind Mittelzentren wie Heilbronn oder Fulda. Der Vorteil an diesen Lagen ist, dass es dort ein gutes Jobangebot und eine hohe Lebensqualität gibt und der Markt noch nicht so überlaufen ist wie beispielsweise in München oder Hamburg. Trotz dieser klaren Ausrichtung und der positiven Entwicklung unserer Produkte ist die Wahl eines Investments jedoch eine individuelle Sache. Jedes Anlageprodukt muss zu den Lebensumständen des jeweiligen Investors passen.

DerBWLer.de: Zurück zu Investments aus Stein und Beton. Worauf müssen Immobilienkäufer achten, wenn es um die Bausubstanz geht?

Grundler: Wichtig sind grundlegende Dinge wie Fassaden oder Dächer. Ist ein Objekt in diesem Bereich marode, muss es eher früher als später saniert werden. Diese Kosten muss man schon beim Kauf beachten. Auch die Raumaufteilung wird zunehmend ein Thema. Kunden wollen heute größere Badezimmer als noch vor zwanzig Jahren. Auch Zimmer von 10 Quadratmetern sind nicht mehr zeitgemäß. Wer eine Immobilie kauft, die eine Rendite abwerfen soll, der muss sich bereits heute in den künftigen Käufer hineinversetzen. Käufer werden immer anspruchsvoller.

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1 Response

  1. Alex sagt:

    Hi, cooles Interview.
    Er spricht von schlechter Situation für Einfamilienhäuser. Aber als Investor interessieren mich doch viel eher Singlewohnungen. Da lässt sich doch in Zukunft viel mehr Geld mit verdienen. Die Gesellschaft geht ja auch eher Richtung Singlehaushalt. Oder meinst du nicht? MfG A.

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