Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen: Lottotipps als Investition?

Je höher der Jackpot, desto höher die Risikobereitschaft: Zuletzt stand der Jackpot bei 32 Mio. €

Je höher der Jackpot, desto höher die Risikobereitschaft: Zuletzt stand der Jackpot bei 32 Mio. €

Bereits im letzten Artikel schrieben wir: „Wer eine Investition tätigt, muss Risiken eingehen“. Sicherlich ist vielen diese Maxime in ähnlicher Form auch aus einem Bereich bekannt, in dem betriebswirtschaftliche Prinzipien auf den ersten Blick nicht zu greifen scheinen. Im Glücksspiel heißt es nämlich seit jeher: „Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen“.

Der Einwand, dass die Teilnahme an Glücksspielen per se nicht mit normalen Investitionen oder Aktionen am Wirtschaftsmarkt vergleichbar ist, ist zumindest im Ansatz berechtigt. Als sichere Geldanlange sind beispielsweise Lotterien eher weniger bekannt. Trotzdem „investieren“ Woche für Woche Millionen Spieler ihr Geld in Tipps und spielen damit um hohe Jackpots.

Vielleicht sind die Parallelen zur BWL und Investments also doch nicht so abwegig? Auch beim Lotto werden schließlich Investitionen in Form von Spieleinsätzen getätigt. Auch beim Lotto geht der Spieler bewusst das Risiko ein, seine Einsätze zu verlieren. Und natürlich tut er dies nur, weil er sich eine möglichst hohe Rendite erhofft – im Idealfall natürlich den Jackpot zu knacken.

Umgekehrt gibt es auch in der Wirtschaft das sogenannte Risikokapital, das zumeist dann eingebracht wird, wenn extrem hohe Renditen „möglich“ sind, aber eben auch das Risiko besteht, die Investition komplett zu verlieren. Sind Wirtschaftsstrategen, Investoren und Börsianer dem deutschen Lottospieler vielleicht am Ende ähnlicher als man denkt?

Immerhin setzt ein ganzer Berufszweig auf steigende oder fallende Börsenkurse und somit auf zukünftige oder aktuelle Entwicklungen am Markt, die oft schwer zu kalkulieren und meist gänzlich unvorhersehbar sind. Lottospieler indes wetten darauf, dass in der nächsten Ziehung genau die Kombination der Lottozahlen gezogen wird, mit der sie gewinnen würden.

Dabei sind zumindest im Lotto die Gewinnchancen klar benannt und vor allem konstant. Die Wahrscheinlichkeit mit der gespielten Zahlenkombination den Jackpot zu knacken, beträgt bei jeder Ziehung aufs Neue 1:140 Mio. Gleichzeitig ist so auch das Verlustrisiko klar definiert und nicht etwa vage oder unbekannt. Am Ende entscheidet stets der Zufall.

Gewinnwahrscheinlichkeiten im Vergleich

Lotterie Chance Maximaler Gewinn Mindesteinsatz
Lotto 6aus49 1:140 Mio. 45 Mio. €* 1,00 €
EuroJackpot 1:95 Mio. 90 Mio. € 2,00 €
GlücksSpirale 1:5 Mio. ca. 2 Mio € 5,00 €
KENO 1:2,1 Mio. 1 Mio. € 1,00 €

*Der Lotto-Jackpot hat keine fixe Obergrenze, die höchste bislang erzielte Gewinnsumme betrug 45 Mio. €. Die Gewinnchancen und auch die Höhe des Einsatzes unterscheiden sich von Lotterie zu Lotterie. Zu den Einsätzen kommen Bearbeitungsgebühren, die je nach Anbieter und Bundesland unterschiedlich hoch sind. Hier erfahren Sie mehr über das Lotto spielen im Internet sowie ein Preisvergleich der einzelnen Anbieter.

Das Verlustrisiko beim Lotto minimieren

Könnte man das Risiko dennoch minimieren, indem man marktwirtschaftliche Prinzipien anwendet? Aus unternehmerischer Sicht steht hier zumindest bezogen auf den möglichen Verlust des eingebrachten Einsatzes ein klares „Ja“. Wenn die Gewinnchancen und damit auch das Verlustrisiko konstant sind, so gebietet es die Vernunft, den Einsatz möglichst gering zu halten.

Da der Einsatz für ein Lottofeld stets einen Euro beträgt und man die Anzahl seiner „Renditechancen“ über die Anzahl der ausgefüllten Lottofelder skaliert, findet sich hier leider kein Hebel, um das Risiko effektiv zu minimieren. Dieses obliegt einem schließlich selbst und ist vergleichbar mit der Entscheidung, ob man sich eher ein kleines Aktienpaket zulegt oder gleich ein großes.

Trotzdem kann man den Kostenfaktor reduzieren, indem man sich seinen „Lotto-Broker“ genau auswählt. Denn zum Teil unterscheiden sich die Bearbeitungsgebühren für die Spielscheinabgabe erheblich von Anbieter zu Anbieter und sogar von Bundesland zu Bundesland. Bundesweit am günstigsten kann man seinen Spielschein über diesen Anbieter abgeben.

Sowohl Investoren als auch Lottospieler sollten sich über das Verlustrisiko stets bewusst sein und dieses so weit wie möglich minimieren. Auch auf die Gefahr der Spielsucht muss im Rahmen von Glücksspiel hingewiesen werden. Zudem gibt es sinnvolle Ratschläge zur Spielsuchtprävention. Aber auch Unternehmer müssen ihre Risikobereitschaft hinterfragen.

Letztlich entscheidet sowohl beim Einsatz im Lotto als auch bei vielen Investitionen das Glück über Gewinn oder Verlust! Und doch gilt in beiden Fällen: „Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen!“

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2 Responses

  1. Patrick sagt:

    Der wichtigste Faktor bei einem (Glücks)spiel ist der ROI (Return of Investment). Beim Lotto beträgt der ROI rd. -50% sprich für jeden investierten Euro bekomme ich langfristig 50 Cent zurück. Als Mathematiker bin ich mir sicher, dasss man den ROI um etliche Prozentpunkte steigern kann (das Spiel wird wohl im negativen ROI-Bereich bleiben^^) aber die Wahrscheinlichkeit auf Gewinne steigt.

  2. Alex sagt:

    Naja, also ich kenne lebhafte Beispiele von Menschen, die bereits ihr ganzes Leben lang Lotto spielen, sie haben sich sogar zu gemeinsamen Gemeinschaften zusammen geschlossen, um ihre Chance zu „verdoppeln“ und „verdreifachen“. Aber laut eigener Aussage kam dabei noch nie mehr als ein Fuffy rum. Dann doch lieber Aktien.

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